Die Bauindustrie unterliegt starken Schwankungen und Veränderungen an den Standorten. Die Beschäftigten in dieser Branche sind ständig von dem Mangel an festen Löhnen betroffen und durchlaufen viele unsichere Phasen in ihrem Leben. Sie brauchen soziale Sicherheit und finanzielle Unterstützung, um mit den Launen der Industrie fertig zu werden. Seit 1949 erfüllt soKA – BAU die Bedürfnisse der deutschen Bauwirtschaft durch eine auf die spezifischen Bedürfnisse der Bauwirtschaft zugeschnittene Leistungspalette. Um einem Rentendefizit entgegenzuwirken und neue Perspektiven zu eröffnen, wendet die SOKA-BAU branchenspezifische Regelungen an, die Teil des Tarifvertrags über das Sozialfondssystem in der Bauwirtschaft (VTV) und anderer Tarifverträge sind. Für die Gewerkschaften war die Debatte über entsandte Arbeitnehmer stark von der Idee geprägt, Hausangestellte vor sogenanntem Lohndumping zu schützen. Von Anfang an galt das Gesetz auch als Instrument, um nicht nur allgemeine Mindeststandards für entsandte Arbeitnehmer umzusetzen, sondern auch als Mittel zur Umsetzung von Mindestlöhnen für alle Hausangestellten durch die Verlängerung von Tarifverträgen. Dies hat bei den Arbeitgeberverbänden zu einer großen Debatte geführt. Ein gutes Beispiel dafür war die Debatte auf Arbeitgeberseite, die unmittelbar nach dem Inkrafttreten des Entsendegesetzes 1996 begann und 1999 seinen Höhepunkt erreichte. Der größte Widerstand kam von Arbeitgeberverbänden außerhalb des Bausektors. Im April 1999 einigten sich die Tarifparteien der Bauwirtschaft – die Gewerkschaft für Bauen, Forsten, Landwirtschaft und Umwelt (IG Bauen-Agrar-Umwelt, IG BAU) und die beiden Arbeitgeberverbände, der Hauptverband der Deutschen Bauindustrie (HDB) und der Zentralverband der Deutschen Baugewerbe (ZDB) – auf eine Anhebung der Stundenmindestlöhne ab dem 1. September 1999.

Der Bundesverband der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA) und die drei Arbeitgebervertreter im Ausschuss für Verlängerungen stellten jedoch klar, dass sie einem Antrag auf Verlängerung dieser Vereinbarung (DE9909117F) nicht zustimmen würden. Daraufhin beschloss das Bundesministerium für Arbeit und Soziales, von seinen neuen Befugnissen Gebrauch zu machen und den Tarifvertrag über Baumindestlöhne durch eine Richtlinie zu verlängern. Eine ähnliche Debatte gab es 2007 über die Frage der Ausweitung des Gesetzes auf weitere Industriezweige (DE0711019I; DE0712039I). Am 26. Juni 2008 veranstaltete das Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) eine Konferenz über die Folgen der Fälle Laval und Rüffert auf das deutsche Arbeitsrecht, zu der Vertreter des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) und des Bundesverbandes deutscher Arbeitgeberverbände (BDA) eingeladen waren.

Tarifvertrag zvk bau