Luxemburg: Es kam zu Industriellenkonflikten auf branchenübergreifender, sektoraler und betrieblicher Ebene. Auf sektorübergreifender Ebene gab es eine Demonstration gegen Vorschläge der Regierung zur Reform des Rentensystems (LU1210011I). Auf sektoraler Ebene scheiterte der soziale Dialog in der Zivilluftfahrt mit Streitigkeiten über die Zukunft von Cargolux (Fracht), da das Unternehmen im Besitz von Qatar Airways und Luxair ist. Im Bausektor haben die Sozialpartner ihren Tarifvertrag nicht verlängert. Im öffentlichen Sektor betrafen Streitigkeiten das Bildungswesen, wobei Lehrer Anfang 2012 gegen die Bildungsreform waren, und den gesamten öffentlichen Sektor. Auf Unternehmensebene gab es Bei der Aushandlung des Sozialplans für die Unternehmen Chemolux, Hyosung, Mangen Constructions und KBL Streit. Die Einstellung der Arbeitgeber zur Richtlinie lässt sich in Bezug auf Flexibilität zusammenfassen. Sie argumentieren, dass Flexibilität für Unternehmen bei der Gestaltung der Arbeitszeit von entscheidender Bedeutung ist. Kundenanforderungen, Arbeitszyklen und die Art der Tätigkeit selbst erfordern Arbeitszeitflexibilität. Vorschriften auf EU-Ebene, wie Opt-out- und Bereitschaftszeiten, können die Flexibilität beeinträchtigen und das Wirtschaftswachstum und die Schaffung von Arbeitsplätzen gefährden. Daher bleibt die kritische Frage des Bezugszeitraums ein Knackpunkt.

Ziel ist es, die Arbeitszeit besser zu flexibel zu machen. Arbeitnehmer können ihre wöchentliche Arbeitszeit variieren, solange die durchschnittliche Arbeitszeit über den festgelegten Bezugszeitraum die festgelegte Grenze nicht überschreitet. Die Arbeitgeber wünschen sich eine größere Flexibilität innerhalb des Bezugszeitraums, während die Gewerkschaften wollen, dass der Bezugszeitraum beibehalten wird, ohne Opt-outs für Höchstarbeitszeit und die Einhaltung der Entscheidungen des EuGH. Frankreich bleibt das Land mit den niedrigsten kollektiv vereinbarten Stunden (35,6 Stunden pro Woche). Die Niederlande und die nordischen Länder bleiben mit 37–37,5 Stunden am unteren Ende der Skala. Die 38 Mautschranken in Deutschland lähmen den Binnenverkehr und bringen mehr oder weniger die gleichen Ergebnisse: Wie wäre es, wenn alle Gliedmaßen des menschlichen Körpers miteinander verbunden wären, so dass das Blut nicht von einem Glied zum anderen fließen konnte? Um von Hamburg nach Österreich, von Berlin bis zu den Schweizer Kantonen zu handeln, muss man die Satzung von zehn Staaten durchschneiden, zehn Maut- und Mautschranken studieren, zehnmal durch die Mautschranken gehen und zehnmal die Maut zahlen. Wer außer dem Unglücklichen muss solche Grenzen aushandeln? Mit solchen Grenzen leben? Wo drei oder vier Staaten kollidieren, muss man dort sein ganzes Leben unter bösen, sinnlosen Mautgebühren und Mautbeschränkungen leben.

Tarifvertrag kaufmann im groß und außenhandel baden-württemberg